Zum Karfreitag

Warum ich Christin bin und bleibe

Ja, ich bin praktizierende Christin. Ja, ich habe heute den Karfreitag so erlebt, wie es „richtig“ ist. Ich bin also laut Gesetz die „Mehrheit“. Ich könnte es dabei belassen und über alle lästern, die übers Tanzverbot lästern, möchte es aber bewusst nicht tun.

Heute morgen traf ich mich mit meinen Eltern vor der Kirche und wir begangen gemeinsam den Gottesdienst (NAK bevor jemand fragt), anschließend aßen wir Fisch bei mir zu Hause. Es war ruhig – schön.

Soweit zum traditionellen Teil. Nun kommen wir zur Politik. Natürlich ist das Tanzverbot unzeitgemäß, natürlich ist es eine Gängelung all der Menschen, die sich nicht der christlichen Religion zugehörig empfinden.

ABER … ist es nicht notwendig, in einer zunehmend säkular werdenden Gesellschaft mal auf die Traditionen der Religionen Bezug zu nehmen und – sei es im Rahmen eines Tanzverbots – allgemein in die Wahrnehmung zu rücken? Würden wir es so wie beim Ramadan (s.u.) machen, wäre ich sofort für eine Abschaffung.

ABER … sollten wir dann auch nicht Rücksicht etwa am Ramadan nehmen und auch – soweit wir Christen, Atheisten, Agnostiker, Juden oder sonstige Nicht-Moslems sind – zumindest ein bisschen Rücksicht nehmen? Niemand verbietet uns was, aber Respekt wäre gut.

Ich muss sagen, dass ich massiv von so genannten „humanistischen“ Leuten angefeindet werde, die mich für quasi irre halten, nur weil ich an einen Gott/Allah glaube. Offenbar merkt niemand dass der Humanismus inzwischen von Leuten unterwandert ist, die alle Nicht-Atheisten für Aussätzige halten und damit genau den Werten widersprechen, für die der Humanismus einst stand.

Und auf all das kam ich nur, weil heute Karfreitag ist, weil heute – wie es jemand im NRW-Landtag mal sagte, ein „Stolperstein“ statt findet – insofern wäre ich für eine Beibehaltung des Tanzverbots (was aber gern eingeschränkt werden darf).