Australien will alle Einwohner in den Knast stecken

Die Meldung des Tages

Golem.de berichtet über ein neues Urheberrecht in Australien, wo einem die Spucke weg bleibt:

Australien: Jeder Bürger ein Copyright-Pirat?

Industrie warnt: Singen von »Happy Birthday« könnte zu Straftat werden

[…] Da »Happy Birthday« in Australien noch bis 2030 urheberrechtlich geschützt ist, stellt das öffentliche Singen in Zukunft eine Straftat dar, wenn Unbeteiligte in Hörweite sind. »Nach dem Gesetzentwurf ist das eine ungenehmigte öffentliche Aufführung, und die steht unter Strafe«, so Peter Coroneos. Das Gesetz sieht dafür bis zu 1320 Australische Dollar [ca. 300€] Strafgebühren vor. »Wenn sie davon noch ein Video drehen, riskieren sie eine weitere Strafe für den Besitz eines Gerätes, mit sich unzulässige Kopien herstellen lassen. Sollten sie das Video dann noch ins Internet stellen, damit andere es sehen können, ist das illegale Verbreitung, die ebenfalls mit bis zu 1320 Australische Dollar Strafe bewehrt ist. Alles in allem kommen dafür bis zu 3690 Australische Dollar Strafzahlungen zusammen«, rechnet Peter Coroneos vor. […]

Wer beispielsweise ein auf Video aufgenommene Fernsehsendung an den Nachbarn verborgt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Der Hersteller des benutzen Videorecorders wird ebenfalls bedroht, da er ein Gerät hergestellt hat, mit dem sich illegale Kopien anfertigen lassen. Von solchen Beispielen gibt es viele. […]

Man kann ja von Stallmann halten, was man will – aber falls so die Alternative aussieht, dann herzlichen Glückwunsch!

Update 22:24: heise online hat mittlerweile auch darüber berichtet – und erwähnt weitere Details, bei denen vermutlich nicht nur mir die Galle hoch kommt:

[…] Schmackhaft machen will die Regierung den Bürgern die Reform mit der Erlaubnis, erstmals Privatkopien von TV- oder Radioprogrammen aufzunehmen. Diese müssen dem Entwurf zufolge nach einmaligem Abspielen aber wieder gelöscht werden. Darüber hinaus sollen die Käufer von CDs, Zeitungen oder Büchern die erstandenen Werke in andere Formate wie etwa MP3s umwandeln und dann auf Abspielgeräte wie den iPod übertragen dürfen. DVDs sind laut dem Gesetzesentwurf von dieser Ripping-Klausel ausgeschlossen. Justizminister Philip Ruddock war sich bislang sicher, »dem gesunden Menschenverstand entsprechende Änderungsvorschläge« vorgelegt zu haben.

Ich finde, der letzte Satz fasst alles zusammen – nur genau im gegenteiligen Sinne von dem, was Ruddock eigentlich meinte. ;-)