Wahlkampf kurz vor Schluss

wie ich Piraten im Aufwind sehe

Ich bin von total vielen Leuten gefragt worden, was ich eigentlich im Wahlkampf mache. Tatsächlich kandidiere ich aktiv nicht. Eigentlich peinlich für eine Parteivorsitzende. Aber da kann ich gegenhalten, dass wir PIRATEN ehrlich sind. Ich habe keinerlei Möglichkeiten, den Verpflichtungen eines Kandidierenden nachzukommen – Plenumsdiskussionen, Presse usw. Und da bin ich ehrlich und verzichte gesamt. Im Übrigen ist Landespolitik eh nicht so meins – ich vermittle das, aber möchte das nicht gestalten – da sind mir meine Menschen in Chorweiler, Deutz oder Meschenich näher, aber egal.

Der Tag begann damit, dass wir abklärten, wo noch Plakate aufzuhängen wären. Aber die letzten hatten wir vorgestern geschafft. Alles gut. Ich erledigte also meinen Hauptjob (Ja, Piratinnen sind keine Berufspolitikerinnen) und wir fuhren danach nach Leverkusen in meine Lieblingsdisko. Dort wurde ich von vielen angesprochen. Hab über die Themen, die die Menschen bewegen, diskutiert und Flyer verteilt. Wie geil wäre es, wenn wir Fahrscheinfrei hätten. Wie geil wäre es, wenn wir ein Grundeinkommen hätten. Die Leute stimmten mir zu und ließen sich „beflyern“.

Dann irgendwann ging ich zur S-Bahn. Dort „vergaß“ ich einige Flyer und fuhr in mein Wohnzimmer, das Kwartier Latäng. Dort im Umbruch hatte ich nette Gespräche von Menschen, die total von unserer Partei überzeugt sind. Das ist lieb, aber es müssen mehr werden! Ich will mich nicht anbiedern, ich will auch nicht schwafeln, aber mehr als unsere 1% Stammwähler wären cool. Und die Prognosen sagen ja, dass wir durch Marsching definitiv mehr als 1% holen werden. Wenn es aber nach den Leuten in dieser Kneipe ginge, würden wir bei 15% liegen. Deshalb mag ich diese Kneipe!

Dann bin ich gegangen, weil ich morgen für den Global Marijuana March fit sein muss. Ja, so unfassbar uninteressant läuft der Wahlkampf-Alltag einer Parteivorsitzenden ab. Fragen? Dann stellt sie in den Kommentaren.

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